Freitag, 22. Mai 2015

Das Glück der Maschinen





Das Argument, dass die Maschine keine Seele habe, nichts fühle usw., ist bekannt. Gewöhnlich brauchen wir es, um den Primat des Menschen vor der Maschine zu betonen. Wenn aber „Seele“ nichts Intrinsisches am Menschen bezeichnet, sondern vielmehr Ausdruck einer spezifischen Beziehung ist, die Menschen untereinander und zu anderen Lebewesen haben, ist nicht auszuschliessen, dass in zukünftigen Technotopen diese Beziehung sich auch auf Artefakte ausweitet. Das Argument könnte sich deshalb eines Tages umkehren. Werden Maschinen unseren Alltag immer mehr durchdringen, wird man vielleicht einst sagen: Maschinen haben keine Seele; was ist denn schlecht daran? Liegt darin nicht ihr Glück? Werden wie die Maschine könnte dann bedeuten, auf all das Humane zu verzichten, welches unser Glück beeinträchtigt; könnte bedeuten, im „Rundlaufen“ einen neuen Idealzustand zu definieren. Das Glück der Maschinen würde übergreifen auf uns Menschen und wir würden nicht mehr verstehen, warum wir früher derart voreingenommen sein konnten, Maschinen nicht als unseresgleichen aufzunehmen und eine human-chau­vinistische Abwehr gegen sie zu mobilisieren.